Ein Notfallfond kann bei Bedarf wirklich den Tag retten, jedoch kann es schwierig sein, herauszufinden wie viel man sparen sollte. Als Faustregel gilt, einen Betrag anzustreben, der den Lebensbedarf von drei bis sechs Monaten abdeckt. Sie sollten jedoch unter Umständen bis zu 12 Monate an Lebenshaltungskosten sparen.

Wichtig: Sie müssen nicht alles auf einmal ansparen. In diesem Artikel finden Sie heraus, wie viel Geld Sie in Ihrer Situation tatsächlich benötigen und wie Sie mit dem Aufbau eines Notfallfonds anfangen sollten.

Wie sieht die Faustformel für die Höhe Ihres Notfallfonds aus?

Finanzexperten wie Sebastian Dorsch von VAIDOO empfehlen, drei bis zwölf Monatsausgaben für Notfälle zur Verfügung zu haben. Diese Spanne ist ziemlich groß. Die Entscheidung, wie hoch die Summe sein sollte, hängt von mehreren Faktoren ab.

Eine Rücklage von drei bis vier Monatsausgaben könnte ausreichend sein, wenn:

  • Sie einigermaßen gesund sind
  • Sie keine Schulden haben
  • Sie in einem Wohngebiet mit niedrigen Lebenshaltungskosten leben
  • Sie Miete zahlen und Ihr Auto zuverlässig ist
  • Sie ohne weiteres einen neuen Job finden können
  • Sie keine eigenen Kinder haben
  • Ihr Arbeitsplatz sehr zuverlässig ist
  • Sie einen Ehemann oder eine andere Familie haben, die finanzielle Hilfe leisten können

Das Sparen von mehr als sechs Monatsausgaben wird empfohlen, wenn:

  • Die Lebenshaltungskosten hoch sind
  • Es schwierig für Sie wäre, einen neuen Job zu finden
  • Sie Ihre eigene Immobilie besitzen
  • Ihre Arbeitsstelle nicht besonders stabil ist
  • Sie die ganze Familie finanziell alleine versorgen
  • Bei Ihnen eine Krankheit vorliegt
  • Sie haben keine finanzielle Unterstützung erhalten können

Eine jährliche Rücklage für die Lebenshaltungskosten ist ideal, wenn:

  • Ihr Einkommen hoch ist
  • Sie eine Nischenposition haben
  • Sie für mehrere Familienangehörige allein verantwortlich sind
  • Sie bereits im Ruhestand sind oder kurz davor

In der Regel sind die meisten Menschen eine Mischung aus diesen Punkten. Sie sollten jedoch, wenn Sie mehr Risikopotenzial in Ihrem Leben sehen, mehr Sparen als weniger.

So legen Sie Ihren Notfallfonds an

Sie können die Höhe Ihres Notfallfonds berechnen und Schritte unternehmen, um ihn zu finanzieren.

Festlegen eines Ziels für das Sparen: Der erste Schritt, den Sie unternehmen sollten, ist festzulegen wie viele Monatsausgaben Sie ansparen möchten. Diese Summe basiert auf Ihren persönlichen Umständen und Risikofaktoren.

Ermitteln Sie Ihre Ausgaben für einen Monat: Bei der Berechnung der Ausgaben sollten Sie nur die Dinge berücksichtigen, die im Ernstfall noch bezahlt werden müssen. Dazu zählen Miete, Lebensmittel und Rechnungen. Zusätzliche Ausgaben wie Reisen und Essengehen sollten Sie auslassen.

Ermitteln Sie die Höhe Ihres Sparziels: Wenn Sie Ihre monatlichen Ausgaben mit der Anzahl der Monate multiplizieren, dann können Sie die Summe in Euro berechnen. Wollen Sie beispielsweise vier Monatsausgaben sparen und die Ausgaben eines Monats betragen 2.000 €, dann ist Ihr Ziel ein Notfallfonds von 8.000 € (2.000 € x 4).

Sparen automatisieren: Die Chancen auf Erfolg sind größer, wenn Sie Ihre Ersparnisse automatisieren. Wenn Sie bestimmen, wie viel Sie jeden Monat sparen können, können Sie automatische Einzahlungen von Ihrem Girokonto auf Ihr Sparkonto einrichten.

Nehmen Sie Gelegenheiten zum Sparen wahr: Findet sich Geld, z. B. eine Steuerrückzahlung oder ein Nebenverdienst, dann zahlen Sie es in Ihren Notfallfonds ein. So gelangen Sie schneller an Ihr Ziel.

Wenn das Erreichen Ihres Ziels schwierig erscheint, sollten Sie sich nicht beirren lassen. Halten Sie sich vor Augen, dass Sie nicht alles sofort oder gar im nächsten Jahr brauchen. Ihr Notfallfonds ist besser als ein fortlaufender Prozess zu betrachten, so wie ein Rentensparkonto. Dann können Sie, sobald Sie es erreicht haben, jeden Monat zusätzliches Geld für andere Ziele verwenden.

Das Prinzip des Notfallfonds funktioniert im Allgemeinen

Ein Notfond schützt Sie vor den üblichen finanziellen Worst-Case-Szenarien, wie dem Verlust des Arbeitsplatzes. In der Regel reichen die Ausgaben für drei bis sechs Monate aus, um einen neuen Job zu finden. Dies kann auch nur ein vorübergehender Überbrückungsjob oder ein Teilzeitjob sein.

Ein Notfallfond ist auch für kleinere Notfälle gedacht, wie z. B.:

  • Reparaturen am Haus
  • Probleme am Fahrzeug

Selbstbeherrschung ist hier sehr wichtig. Sie sollten ein Sonderangebot oder ein teures Geschenk nicht als Notfall an, nur weil Sie dieses jetzt gerade haben wollen. Den Versuchungen zu widerstehen ist oft sehr schwierig, dennoch muss man sich überwinden und immer wieder an das eigentliche Ziel denken.

Wenn Ihnen nicht genug Geld zur Verfügung steht, um sich um ein echtes Problem zu kümmern, dann könnten Sie gezwungen sein sich zu verschulden oder Schlimmeres. Und nebenbei bemerkt: Es ist immer besser, ein Sparkonto zu verzinsen, als Zinsen an einen Kreditgeber zu zahlen.

Weitere Möglichkeiten

Die Zielvorstellung eines drei- bis sechsmonatigen Notfallfonds ist nur eine von mehreren Faustregeln dafür, wie viel Geld man sparen sollte. Im nachfolgenden können Sie noch über eine weitere Möglichkeit nachlesen:

Zweistufiger Notfallfonds

Die meisten Fachleute empfehlen einen zweistufigen Ansatz für Ihren Notfallfonds, wenn Sie verschuldet sind. Für den Anfang wird empfohlen einen Notfallfonds in Höhe von 1000 Euro anzusparen. Sind die Schulden abbezahlt, sollten Sie diese Zahlungen dann in einen Notfallfonds umleiten.

Mit 1.000 Euro ist es nicht getan, vor allem wenn Sie eine Familie haben oder in einer Gegend mit hohen Lebenshaltungskosten leben. Sollte die Schuldentilgung eher Jahre als Monate dauern, dann warten Sie lieber mit dem Aufbau eines Notfallfonds.

Den korrekten Betrag können nur Sie bestimmen

Die Summe des Fonds für den Notfall soll Sie in einer finanziellen Notlage schützen und nur Sie können bestimmen, wie hoch dieser Betrag sein sollte. Nicht vergessen: Man braucht nicht die komplette Summe sofort. Ein langsames Hinarbeiten auf Ihr Ziel ist in Ordnung, solange Sie dabei Fortschritte machen.

Die hier genannten Informationen werden ohne Berücksichtigung Ihrer persönlichen Ziele, der Risikotoleranz oder Ihrer finanziellen Umstände präsentiert und sind möglicherweise nicht für Sie geeignet.